Themenfoto Neurofeedback

Neurofeedback

ist eine Therapiemethode, bei der mit Hilfe einer Spezialsoftware dem Gehirn visuelles und auditives Feedback gegeben wird, mit dem Ziel die Performance des Gehirns zu verbessern bzw. krankheitsbedingte Fehlregulationen und ihre Symptome zu behandeln und somit die Lebensqualität des Patienten nachhaltig zu verbessern.

Diese Methode ist wissenschaftlich anerkannt und basiert auf den neuesten Ergebnissen der Gehirnforschung.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die therapeutische Wirksamkeit von Neurofeedback bei verschiedenen Krankheitsbildern.

Neurofeedback wird angewendet zur

  • Verbesserung der Konzentration, Aufmerksamkeit und Motivation bei AD(H)S - oft in Verbindung mit Lern- und Leistungsstörungen, sowie geringem Selbstwert und dadurch beeinträchtigtem Sozialverhalten
  • Verbesserung der Impulskontrolle - Wut/Aggressionen
  • Verminderung von Stress, Burnout-Symptomen und bei Depressionen
  • nachhaltigen Linderung von stressbedingten Symptomen u.a. Migräne, Tinnitus, Anspannung/Kopfschmerzen, chronische Schmerzen, chronische Müdigkeit
  • Verminderung von Schlafstörungen - auch in Verbindung mit Ängsten, Panikattacken
  • Unterstützung bei Sprachstörungen, Dyslexie (Legasthenie), Lese-Rechtschreibstörung und Dyskalkulie
Kind in Praxis

Nachhaltigkeit braucht Zeit

In den ersten 10 Sitzungen wird das Gehirn mit neuen Herausforderungen konfrontiert – das Fundament für eine Reorganisation ist gelegt.

Nach etwa 20 Sitzungen und der wiederholten Anleitung durch das Neurofeedbacktraining beginnt das Gehirn seine Aktivität anzupassen, hat an Flexibilität gewonnen und neue Verhaltensmuster in sein Verzeichnis aufgenommen.

Es entsteht ein Selbstheilungseffekt - Konzentration und Ausdauer, Wahrnehmung und Denken werden nachhaltig positiv beeinflusst und das Gehirn hat idealerweise gelernt sich selbst zu regulieren. Diese verbesserte Selbstregulation zeigt sich vor allem im Umgang mit Stress und in herausfordernden Situationen. Eine Verfestigung der neuen Hirnverbindungen durch weitere Neurofeedbacksitzungen ist an diesem Punkt wichtig.

Nach der Verfestigungsphase nach etwa 30 - 40 Sitzungen ist das Gehirn wesentlich stabiler geworden und reagiert nun mit dem neu erlernten Verhalten auf die alltäglichen Herausforderungen. Nun kann in den meisten Fällen auf das Computer-Feedback verzichtet werden, da das Gehirn die neuen Verhaltensmuster verinnerlicht und integriert hat und durch die weitere, nun automatisierte Anwendung ein stetiges Weitertrainieren ermöglicht wird.

Grafik von Gehirn

Wie funktioniert Neurofeedback?

Bei Neurofeedback wird mittels Elektroden (EEG – Biofeedback) die elektrische Aktivität im Gehirn gemessen und für die Therapeutin am Computer sichtbar gemacht.

Oft wird eine Neurofeedbacktherapie mit Biofeedback kombiniert, welches mittels einer „Stirnbrille“ (HEG – HämoEnzephaloGraphie) die Durchblutung im Frontalkortex (Stirnhirn) misst. Eine gute Durchblutung im Stirnhirn ist für die Aufrechterhaltung von Konzentration und weiterer ausführender Funktionen, den sogenannten „Exekutivfunktionen“, maßgeblich.

Während der Computer über die Elektroden die Gehirnströme aufzeichnet, wertet die Software je nach gesetzten Parametern aus, ob das Gehirn die gewünschten Frequenzen im Gehirn ausreichend produziert oder unerwünschte Frequenzen genügend hemmt. Bei Biofeedback wird ausgewertet ob eine stabile Durchblutung im Frontalkortex aufrechterhalten werden kann.

Je nach Problematik können die erforderlichen Gehirnwellen über das Feedback vermehrt oder gehemmt werden. Die Symptome des Patienten werden mit der Zeit abgemildert oder verschwinden gänzlich.

Grafik - Funktionsweise

Mit freundlicher Genehmigung von EEG Info

Feedback - aber wie?

„durch Erfolg lernt der Mensch – aber auch unser Gehirn – am besten“

Das Feedback ist die Rückmeldung auf die Reaktion oder Aktivität des Gehirns.

Der Patient erhält diese Rückmeldung über das Ansehen eines Films, der bei nicht gewünschter Aktivität zum Beispiel abrupt stoppt oder das Bild „eingraut“ und der Ton leiser wird. Das Feedback kann nach Bedarf verschieden eingestellt und zB auch durch störende Punkte im Bild - wie rechts am Foto ersichtlich - gegeben werden.

Zeigt das Gehirn die gewünschten Hirnfrequenzen oder eine stabile Durchblutung im Stirnhirn, wird es belohnt und die Punkte verschwinden, der Film läuft weiter und das Bild wird wieder farbig, die Lautstärke normal.

Grafik - Funktionsweise

Studien

Im Krankheitsbild AD(H)S wurden einige vielversprechende Studien durchgeführt:

2009: Ist Neurofeedback eine wirksame Behandlung von ADHS? Eine randomisierte kontrollierte klinische Studie.

Prof. Dr. Holger Gevensleben und Kollegen, Göttingen, Deutschland:

Eltern und Lehrer beurteilten in dieser Studie, an der 102 Kinder mit ADHS zw. 8-12 Jahren teilnahmen, die Aufmerksamkeit und das Verhalten der Kinder, vergleichsweise zu den Kindern in der Kontrollgruppe, nach dem Neurofeedbacktraining deutlich besser.

2009: Eine Metaanalyse von bisher durchgeführten Studien zu Neurofeedback bei Kindern mit ADHS.

Dr. Martijn Arns, Dr. Ute Strehl Wissenschaftler brachten durch einen Vergleich aller bisher zum Thema Neurofeedback und ADHS weltweit durchgeführten Studien deren Ergebnisse in einen Zusammenhang.

Sie kamen zu dem Schluss, dass Neurofeedback bei ADHS „wirksam und spezifisch“ ist und der höchsten Wirksamkeit einer Behandlung entspricht. Unaufmerksamkeit und Impulsivität verbesserten sich mit der Neurofeedbacktherapie besondern stark, aber auch bei Hyperaktivität können laut Studienergebnissen prositive Effekte erzielt werden.

Grafik - Funktionsweise
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